Haibach, Marita

Handbuch Fundraising

Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis
488 S., 15 Fotos, zahlreiche Abb. und Grafiken Seiten,Gebunden
9783593397924
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1 Was ist Fundraising? Der Begriff Fundraising kommt aus den USA. Er setzt sich zusammen aus dem Substantiv fund und dem Verb to raise. Fund bedeutet Geld, Kapital; to raise heißt etwas aufbringen (zum Beispiel Geld). Fundraising bedeutet demnach wörtlich Kapitalbeschaffung. Fundraising wird verstanden als die umfassende Mittelbeschaffung einer nicht kommerziellen Organisation. Dies umfasst Finanz- und Sachmittel, Rechte und Informationen, Arbeits- und Dienstleistungen, wobei der Schwerpunkt auf der Einwerbung finanzieller Mittel liegt. Beim Fundraising geht es um die Erstellung einer Kommunikationsstrategie für die Beschaffung von Finanzmitteln, und zwar vor allen Dingen für Mittel, die nicht nach klaren Förderkriterien vergeben werden und nicht regelmäßig fließen. Für den Begriff Fundraising gibt es kein treffendes Wort im Deutschen, Begriffe wie Finanzmittelakquisition oder Geldbeschaffung greifen zu kurz. Aus diesem Grunde wird im deutschen Sprachgebrauch meist der amerikanische Begriff verwendet, zumal auch bei uns Methoden und Verhaltensweisen eingesetzt werden, die sich an Vorbildern in den USA orientieren. Im Jahr 2004 wurde der Ausdruck Fundraising sogar in den Duden aufgenommen. Die Erläuterung "Spendensammeln für wohltätige Zwecke" greift allerdings zu kurz, denn zu den Fundraising-Methoden gehören beispielsweise auch Anträge an Stiftungen sowie die Gewinnung von Sponsoren. Fundraising richtet sich an private und staatliche Geldgeber, um die Förderung sehr verschiedener Zwecke zu erreichen. Es kann ehrenamtlich und hauptberuflich ausgeübt werden. Fundraising betreiben können Einzelpersonen (wie beispielsweise KünstlerInnen) oder auch PolitikerInnen. In den USA ist das Fundraising in der Politik ein eigenständiger Zweig der Branche. Von besonderer Bedeutung aber ist das Fundraising für gemeinnützige Zwecke, denn Nonprofit-Organisationen sind in der Regel finanziell nicht autark, es sei denn, es handelt sich um Stiftungen (doch selbst diese müssen oft Fundraising betreiben). Die benötigten Finanzmittel müssen aus externen Quellen beschafft werden. Und dies funktioniert am besten, wenn sich Personen gezielt und kompetent darum kümmern. Mittlerweile betreiben aber auch öffentliche Einrichtungen, zum Beispiel Schulen, Hochschulen oder Museen, Fundraising. Im Zentrum dieses Buches steht das Fundraising für Nonprofit-Organisationen, doch die beschriebenen Grundsätze und Techniken lassen sich auch von anderen Geldsuchenden, ob Einzelpersonen oder staatliche Stellen, anwenden. Wenn es um private Förderer geht, wird oft auch der Begriff Sponsoring verwandt. Fundraising und Sponsoring sind allerdings nicht identisch, obwohl die Worte aus der Begriffsfamilie Sponsor in der Umgangssprache oft undifferenziert für jegliche Form der privaten Förderung verwendet werden. Das Wort Sponsor kommt aus dem Englischen und bedeutet Förderer, Gönner, Schirmherr, Geldgeber. Das daraus abgeleitete Wort Sponsoring bedeutet Förderung, etwas als Sponsor finanzieren oder veranstalten. Das Sponsoring ist eines von unterschiedlichen Fundraising-Instrumenten, wenn auch ein ganz besonderes, da - anders als bei den anderen Methoden - der Gesponserte eine Gegenleistung erbringen muss. In der Praxis sind die MitarbeiterInnen im Fundraising meist sowohl für Spenden als auch für Sponsoring zuständig. Aus Fundraising-Sicht ist es notwendig, alle möglichen Unterstützungsformen - ob Spende, Sponsoring, Stiftungsförderung und andere mehr - im Blick zu haben und je nach Projekt zu klären, welche am besten passt. 1.1 Marketingprinzip "Fundraising is the principle of asking, asking again and asking for more." Kim Klein "Fundraising ist das Prinzip, zu bitten, wiederholt zu bitten und um mehr zu bitten." Dieser Satz von Kim Klein, einer erfolgreichen Fundraiserin und Buchautorin in den USA, bringt den zentralen Aspekt von Fundraising auf den Punkt. Fundraising ist eine Art von Marketing. Die eigene Leistun

InhaltsangabeInhalt Vorwort 9 Teil I Grundlagen und Rahmenbedingungen 15 1Was ist Fundraising? 16 1.1Marketingprinzip 17 1.2Beziehungs- und Freundschaftspflege 20 1.3Philanthropie, Fundraising und Staatsverständnis 22 1.4Fundraising und die Freude am Spenden 25 1.5Der Nonprofit-Sektor, seine Finanzquellen und das Fundraising 26 1.6Fundraising und die Erhöhung des Philanthropie-Volumens 32 1.7Ansehen und Stellenwert des Fundraisings 33 1.8Fundraising und die Konkurrenz der Spendenzwecke 35 2Ethik im Fundraising 38 2.1EthikRegeln der FundraisingVerbände 38 2.2Persönliche Integrität 43 2.3Darstellung von Spendenanliegen 44 2.4Verwaltung und Verwendung der Mittel 44 2.5Umgang mit Spenderdaten 47 2.6Herkunft der Mittel 48 3Orientierung für Förderer und geprüfte Transparenz 49 3.1Öffentliche Rechenschaftspflicht 50 3.2Der Jahresbericht - ein Muss für Spendenorganisationen 51 3.3Spenderwächter-Organisationen und Transparenzinitiativen 53 3.4Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) 54 3.5Mündige Förderer 60 4Das rechtliche Umfeld des Fundraisings 63 4.1Rechtsformen und steuerliche Sphären 64 4.2Spendenabzug 66 4.3Unterschiede zwischen Spenden und Sponsoring 68 4.4Erbschaftsteuerrecht 71 4.5Datenschutzrecht 71 4.6Wettbewerbsrecht 73 Teil II Voraussetzungen für erfolgreiches Fundraising 75 5Vom Zufallsprinzip zum Managementprozess 76 5.1Das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren 76 5.2Die Managementfunktionen 77 6Institutional Readiness: die Bereitschaft der Organisation 80 6.1Überzeugender Organisationszweck, öffentliches Ansehen und Profil 80 6.2Fundraising-Zielbild (case for support) 83 6.3Bedarf und Förderprojekte 85 6.4Die Stakeholder einer Organisation 86 6.5Kommunikationsstrategie 88 7Professionalisierung - ein zentraler Erfolgsfaktor im Fundraising 91 7.1Fundraising in den USA: Kulturtechnik und angesehenes Berufsfeld 91 7.2Die gewachsene Professionalisierung des Fundraisings in Deutschland 94 7.3Aufgabenbereiche in den Organisationen - organisationsinterne Strukturen 97 7.4Qualifikationsanforderungen an die FundraiserInnen 106 7.5Die Zusammenarbeit mit BeraterInnen und Agenturen 118 7.6Kooperationsmodelle zur Unterstützung kleiner Nonprofit-Organisationen 120 8Digitales Informations- und Kontaktmanagement 124 8.1Fundraising-Software 124 8.2Aufbau und Pflege einer Fördererdatenbank 129 8.3DatabaseMarketing und CRM 135 8.4Zahlungsverkehr 141 Teil III Private Finanzquellen für gemeinnützige Zwecke 147 9Philanthropie im Aufwind 148 9.1Der Nonprofit-Sektor in Zahlen 149 9.2Das Fördervolumen 151 9.3Die spendensammelnden Organisationen 153 10Privatpersonen - das wichtigste Segment des Spendenmarktes 157 10.1Spendenzwecke, Spendenzielgruppen 159 10.2Tabu Reichtum 162 10.3Spendenmotive 164 10.4Der Einfluss soziodemografischer Faktoren 166 11Stiftungen - Neubelebung einer alten Rechtsform 173 11.1Die deutsche Stiftungswelt im Überblick 174 11.2Rechtsformen, Steuerbefreiung, Spendenabzug 179 11.3Stifter und Stifterinnen 182 11.4Kritische Diskussionen über Stiftungen 190 12Wirtschaftsunternehmen als Förderer und Partner 192 12.1Corporate Social Responsibility und Corporate Cititzenship 193 12.2Corporate Citizenship in Zahlen 197 12.3Unternehmenskooperationen - Glaubwürdigkeitsfalle oder Einflussmöglichkeit? 207 Teil IV Fundraising in der Praxis: Privatpersonen 213 13Wege zu Privatpersonen 214 13.1Fundraising-Grundregeln 215 13.2Spenderpyramide und Segmentierung der Förderer 219 13.3Recherchen über die (potenziellen) Förderer 222 14Fundraising-Kanäle, -Instrumente und -Methoden 227 14.1Gewinnung von Neuspendern und Dauerförderern 230 14.2Das Fundraising-Gespräch 258 14.3Der Spendenbrief - das Mailing 263 14.4TelefonFundraising 292 14.5OnlineFundraising 300 14.6Fundraising-Events 320 14.7Testamentspenden und Erbschaftsmarketing 326 14.8Großspenden-Fundraising 334 14.9Weitere Fundraising-Methoden im

Marita Haibach ist Beraterin für Organisationsentwicklung und Fundraising. Sie war am Aufbau des Deutschen Fundraising Verbands beteiligt und ist Mitinitiatorin der Fundraising Akademie sowie der European Fundraising Association (EFA). Sie ist Mitgründerin der Frauenstiftung Filia und des PECUNIA Erbinnen-Netzwerks. 2009 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 2010 den Deutschen Fundraising Preis.

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Autor Haibach, Marita
Verlag Campus Verlag
ISBN 9783593397924
Lieferzeit 5 Werktage(inkl . Versand)
Lieferbarkeitsdatum 02.02.2014
Einband Gebunden
Format 3.2 x 23.4 x 16.2
Seitenzahl 488 S., 15 Fotos, zahlreiche Abb. und Grafiken
Gewicht 899
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