Sasmaz, Petra

Rike oder Das Gestüt am Waldrand

Ein Pferdekrimi
340 S. Seiten,Kartoniert
9783921897928
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Wieder daheim Ich hörte von draußen das Pfeifen des Zugbegleiters, da fielen schon die Türen zu und der ICE setzte sich lautlos in Bewegung. Nicht mehr lange konnte ich die Gesichter von Tanja und Julia sehen, die hüpfend und winkend auf dem Bahnsteig standen. Fünf Tage hatten wir miteinander verbracht. Fünf Tage Rückkehr in mein altes Leben. Immer noch liefen viele Leute über die Gänge, die Rollkoffer hinter sich herziehend. Frauen mit kleinen Kindern, Männer in Anzug und Krawatte, und einige Jugendliche in Fantrikots ihrer Fußballmannschaft waren auch dabei. Ich hatte meinen Platz bereits eingenommen, wie ich ihn reserviert hatte - am Fenster in Fahrtrichtung und mit Tisch - und wartete nur noch darauf, dass die Plätze um mich herum sich auch füllten, denn ich hatte mit einem Blick erfasst, dass alle Plätze von Hannover an reserviert waren. Gerade hängte ich meine Jacke an den Haken neben dem Fenster, da kam eine Frau mit zwei kleineren Kindern und bemerkte freudig, dass sie hier richtig seien. Das größere der beiden Kinder - ein Mädchen von etwa neun Jahren - setzte sich neben mich, die Frau und der kleine Junge nahmen gegenüber Platz. Ich holte das Buch, das Tanja mir geschenkt hatte, aus meinem Rucksack, doch schon als ich es öffnete, bemerkte ich, dass ich nicht die rechte Konzentration würde aufbringen können, um zusammenhängend darin zu lesen. Ich legte es zurück auf den Tisch, steckte mir die Ohrstöpsel in die Ohren und ließ auf meinem Smartphone Musik laufen. Ich lehnte meinen Kopf an die weiche Jacke hinter mir und schloss die Augen. So konnte ich in meine Gedankenwelt abdriften. Es war das erste Mal, seit wir vor einem Jahr umgezogen waren, dass ich meine alte Stadt besucht hatte. Noch in den ersten Tagen der Osterferien hatte ich den letzten Teil meiner Stottertherapie beendet. So hatte ich nur von Donnerstag bis Ostersonntag im Stall bei unseren Pferden sein können, denn schon Ostermontag war ich zu Tanja und Julia gefahren, die bereits sehnsüchtig auf mich warteten. Sie hatten richtig viel für mich geplant. Erst einmal musste ich bei Tanja im Garten Ostereier suchen, was schon einen Höllenspaß gemacht hatte. Für Dienstag hatten sie sich eine Überraschung ausgedacht, hatten mir unser altes Voltigierpferd Pionier für einen Ausritt organisiert, während sie selbst ihre Pflegepferde reiten durften. Und da sie kurz nach Ostern schon wieder Schule hatten, konnte ich auch meine alte Klasse, meine alte Voltigiergruppe und alles, was vor einem Jahr noch mein ganz normales Leben ausgemacht hatte, wiedersehen. Dennoch war es ein komisches, ein irgendwie unwirkliches Gefühl. Als ich an unserem Haus vorbeiging und dort im Garten zwei kleine Jungen Fußball spielten, kam mir alles wie ein böser Traum vor. Und irgendwie war ich dann erleichtert, als endlich Samstag war und Julias Vater mich bereits um 11 Uhr zum Zug fuhr. Was mein bester Freund Enzo jetzt wohl machte? Ich musste oft an ihn denken, denn ich hatte ihn schon seit Beginn der Ferien nicht mehr gesehen. Das heißt, als ich zur Therapie fuhr, war er noch da, war aber noch am selben Abend nach Neapel geflogen - das erste Mal seit drei Jahren seine Mutter besuchen. Wir hatten zwischendurch WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht, immer wenn er dort WLAN hatte. Er hatte nicht viel mitgeteilt, nur Bilder geschickt, und nun war ich gespannt, was er mir alles berichten würde. Aber alles würde sich bald klären, denn er sollte schon heute Nachmittag, um 16:30 Uhr zurückkommen, und Franz, sein Vater, hatte mir im Vorfeld schon versprochen, dass ich mit zum Flughafen kommen könnte. Ach ja, und was Basti, mein richtiger Freund Basti, machte, dürfte euch sicher auch interessieren. Der war mit meinem Bruder Robert und den anderen Jungen aus seinem Verein im Judo-Camp. Sie sollten morgen wieder zurückkommen. Wir schickten uns jeden Abend Bilder und Herzchen, und ich hatte ihm fest versprochen, beim Abholen morgen dabei zu sein. Als die Frau mir gegenüber Trinkpäckchen für die Kinde

Rike hat endlich ein eigenes Pferd. Und sie hat gerade ihre Stottertherapie hinter sich gebracht. Doch damit ist längst noch nicht alles in Butter. Nicht nur, dass ihre ehemalige Erzrivalin Angela ebenfalls ein eigenes Pferd bekommt - Rike soll ihr Pferd auch noch mit dieser Judith teilen, die sie doch gar nicht kennt. Und das nur, weil es in der Schule nicht so rund läuft, wie ihre Eltern sich das vorstellen. Dann taucht Enzos Ex-Freundin Monika plötzlich wieder auf und im Internet suchen verzweifelte Besitzerinnen nach ihren verschwundenen Pferden. Immer mehr seltsame und verrückte Dinge passieren in diesem spannenden Pferdekrimi - doch Rike lässt nicht locker!

Petra Sasmaz M.A. ist studierte Orientalistin und arbeitet hauptberuflich als Dolmetscherin und Übersetzerin für die türkische und kurdische Sprache. Bei der Bewältigung ihres eigenen Stotterns war für die das Lernen exotischer Sprachen eine große Hilfe. Sie ist Gründerin und Verantwortliche des www.freies-forum-stottern.de, engagiert sich in der Kölner Stotterer-Selbsthilfe und berät und unterstützt die türkische Stotterer-Selbsthilfe über Facebook und das türkische Forum Stottern ( www.kekemelifkorum.com), dessen Gründerin sie ebenfalls ist.

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Autor Sasmaz, Petra
Verlag Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe
ISBN 9783921897928
ISBN/EAN 9783921897928
Lieferzeit 5 Werktage(inkl . Versand)
Lieferbarkeitsdatum 12.10.2020
Einband Kartoniert
Format 2 x 20 x 13.5
Seitenzahl 340 S.
Gewicht 477