Horst, Norbert

Leichensache

Roman
288 S. Seiten,Kartoniert
9783442452309
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DIENSTAG 23 Uhr 40 ?Schei?.? Die Digitalanzeige blinkt. In irgendeiner Tasche m?sste doch noch was sein. Auf der Hand vorm Bildschirm gl?en nur Zehner und F?nfer. Grade jetzt, als die Schwarzhaarige ihren Slip abstreifen will. Dieser Wald von Schamhaaren. Hoffentlich schafft sie's noch, komm schon, aber sie l?t sich Zeit. F?nf, vier, drei, zwo, eins, aus. ?Hundertachtundzwanzig Erotik-Programme, bitte w?en Sie.? Aus dem Speaker t?nt schlagartig Honey, Honey von Abba. Vorsicht beim T?re?ffnen, erst mal schauen. Im Vorraum geifert nur ein Greis vor den Programmk?en. Gut. Ein paar Schritte zum Ausgang, es riecht nach Domestos und Sperma. Durch den Spalt des Vorhangs spiegeln sich die Stra?nlaternen auf dem nassen Asphalt. Regen ist gut. Schnell durch und auf die Stra?. ?Wusste gar nicht, dass du jetzt bei der Sitte bist!? Schmidt von den Einbrechern, grinst. Um diese Zeit. An diesem Ort. ?Nur eine Nachfrage in einer ?eren Sache.? ?Mitten in der Nacht, mein Gott.? Er grinst. Richtung Bahnhof. Hoffentlich reicht's noch f?r die letzte 709er. Schmidt zieht sich Zigaretten, bietet eine an, rauchen. ?Wie l?t es bei euch, viel zu tun?? Er schultert seine Sporttasche, nimmt einen tiefen Zug. ?Es geht so. Zum Gl?ck hatten wir schon l?er kein dickes Ding mehr. Muss auch nicht sein, jedenfalls nicht diese Woche. Ich habe Bereitschaft!? ?Mann, ich bin vielleicht kaputt, seit acht war ich im Studio.? Er fasst sich ins Kreuz und verzieht das Gesicht. ?Du mit deiner Knechterei.? ?Muss sein, Junge. Die M?ls verlangen danach, h?? Er st?? mit dem Ellbogen. Die Uhr am Bahnhofsturm zeigt zehn vor zw?lf. ?Los komm, beeil dich!? ?Ich bin kaputt, Mann. Nehme ich halt ein Taxi.? Laufen. Der Bahnhofsvorplatz ist verlassen. Drei Penner gr?len, zwei Bahnmenschen mit Aktentasche schlurfen nach Hause. Eine Kehrmaschine fegt die Rinnsteine. ?Verpisst euch hier, Schei?enner. Geht lieber arbeiten.? Die drei glotzen r?ber, einer gestikuliert und versch?ttet dabei kostbares Bier. ?Mach keine Spr?che, Schmidt. Lass die armen Schweine.? ?Ist doch wahr. ?erall nur M?ll.? Er tritt an eine Dose. ?Du machst dich doch auch nicht kaputt, oder?? Fast zw?lf. ?52 fuhr die letzte, die ist bestimmt schon weg.? ?Komm schon, wir nehmen ein Taxi, ist doch eine Richtung. Ich lass dich vorher raus.? Er setzt sich nach vorn. Noch f?nf N?te. Ich hasse Bereitschaft, gew?hn ich mich nie dran. Das Handy ?berpr?fen, zum zehnten Mal. Die Stadt ist leer, kaum Autos heute. Der Taxifahrer f?t schnell und h?rt Blasmusik. Wie fr?her zu Hause. Ernst Mosch und die Original Egerl?er. Ein Schwachkopf singt: ?Kannst du Kn?del kochen?? ?Eigentlich hab ich noch Kohldampf. Wei? du noch 'ne gute Pommesbude?? Schmidt dreht sich um. ?Bei mir um die Ecke ist ein T?rke.? ?Zum T?rken?!? ?Sener ist okay.? ?Ist der Laden auch sauber?? Idiot. Das Taxi h?, sechs Euro zwanzig. Schmidt zahlt. Er h? die T?r auf, Sener putzt die Stehtische. ?Ah, Herr Kommissar, guten Abend.? ?Sener, hallo. Gibt's bei dir noch was?? ?In einem deutschen Gasthaus wird man niemals abgewiesen?, er lacht breit. ?Ist doch erst zehn nach.? Schmidt studiert die Tafel ?ber der Theke. ?Was ist denn ein Adana-Kebab?? ?Rindfleisch mit Gem?se.? ?Rindfleisch ist gut, 'n paar Proteine einfahren.? Er bestellt. Sener ?ffnet die T?r zur K?che und ruft etwas T?rkisches. Er bringt die Biere, murmelt was von lange unterwegs und schenkt ein. ?Manche Ermittlungen sind halt nur nachts m?glich?, Schmidt mit Grinsen. Das Bier ist sehr kalt. Die Schwarze war gut. Ein m?der Euro fehlte, einer. Der Film war Nr. 47, glaub ich, ziemlich am Anfang. Vielleicht morgen noch mal. Aber war auch ganz gut so, hatte ja schon zwei F?nfer drin. Diese Haare, bis ?bern Slip. Die Schwingt?r ?ffnet sich, das Adana-Kebab kommt. Mein Gott, wer ist das denn? Schwarze Haare, armdicker Zopf. Der Haaransatz ber?hrt fast die Augenbrauen in der Schl?, so tief ist er. ?Wer bekommt es?? Schmidt meldet sich. Sie tr? tats?lich nichts unterm T-Shirt

Mitten in der Nacht wird Kriminalhauptkommissar Kirchenberg zum Schauplatz eines Mordes gerufen: eine junge Frau wurde missbraucht und erstochen. Da die Mitbewohnerin eine genaue Täterbeschreibung liefern kann, ist der Hauptverdächtige schnell gefunden. Aber der erfahrene Kirchenberg gibt sich mit allzu einfachen Erklärungen nicht zufrieden.

Norbert Horst ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar und hat in zahlreichen Mordkommissionen ermittelt. Der Autor ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für seinen ersten Roman, "Leichensache", erhielt er den Friedrich Glauser Preis 2004 für das beste Krimidebüt; "Todesmuster" wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2006 ausgezeichnet. "Splitter im Auge", den ersten Roman aus der Serie um Kommissar Steiger, zählte die KrimiZEIT-Bestenliste zu den zehn besten Spannungsromanen des Jahres 2012.

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Autor Horst, Norbert
Verlag Goldmann Verlag
ISBN 9783442452309
Lieferzeit 5 Werktage(inkl . Versand)
Einband Kartoniert
Format 2 x 18.7 x 12
Seitenzahl 288 S.
Gewicht 307
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